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Afrika-Forum im Debis-Haus
/ Tagesspiegel vom 27. April 2000

Auf der Suche nach risikofreudigen Investoren Die roten Federn wird er wohl zu Hause lassen: Bei dem Auftritt von Mswati III., König von Swaziland, beim heute beginnenden Afrika-Forum im Debis-Haus ist die Stammestracht mit Federn, schwarz-rot-weyissem Tuch und Perlenkette fehl am Platz. Schließlich geht es bei seinem Besuch um Geld, genauer gesagt: um Investitionen. Die Stammestracht der Swasi wird dann durch die Einheitstracht der Manager ersetzt: den dunklen Anzug.
Sechs afrikanische Staatsoberhäupter sollen kommen, um die Geschäftsbeziehungen zwischen Deutschland und dem südlichen Afrika in Schwung zu bringen. Neben dem König von Swasiland wollen auch die Präsidenten von Botswana, Mosambik und Malawi und die Premierminister von Lesotho und Mauritius in Berlin für ihr Land werben.

Deutschland ist ebenfalls prominent vertreten, unter anderem mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), Wirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) und Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Prominentester Vertreter der Wirtschaft ist DaimlerChrysler-Chef Jürgen E. Schrempp, der jahrelang in Afrika lebte und Vorsitzender der Initiative Südliches Afrika der Deutschen Wirtschaft (Safri) ist. Für die Afrikaner drängt die Zeit: Nach dem Ende der Apartheid in Südafrika hoffen viele zuerst auf einen kräftigen Wirtschaftsschub, der die ganze Region des südlichen Afrikas mit sich ziehen würde. Mittlerweile hat sich gezeigt, dass die Erwartungen überhöht waren. Die Investoren sind vorsichtig geworden: In dem Land, das mit seinen rund 40 Millionen Einwohnern 75 Prozent der Wirtschaftskraft des südlichen Afrika auf sich vereinigt, waren die ausländischen Investitionen im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit 1994 wieder rückläufig. Darüber hinaus schadet die Krise in Zimbabwe der südafrikanischen Wirtschaft.

Beim Afrika-Verein zeigt man sich trotzdem optimistisch. Michael Blank ist überzeugt, dass sich die Lage in Zimbabwe bald beruhigen wird. Er ist überzeugt davon, dass das sich auf die Dauer das wirtschaftliche Potential im südlichen Afrika durchsetzen wird. "Die Chancen werden unterschätzt", sagt Blank, "vor allem in den Bereichen Tourismus, Energie- und Wasserwirtschaft, Gesundheit aber auch der Telekommunikation gibt es einen vielversprechenden Markt." Auf dem Afrika-Forum in Berlin sollen Workshops zeigen, welche Ansatzpunkte dieser Markt bietet. Daneben werden verschiedene "Entwicklungskorridore" vorgestellt, wie zum Beispiel der Coast-to-coast-Korridor, der quer durch die Südspitze des Kontinents geht und Namibia, Botswana, Süd-Afrika und Swasiland verbindet.

Für den König des Landes, Mswati III., geht es vor allem um Arbeitsplätze. Rund 40 Prozent der Menschen in seinem Land sind arbeitslos. Die Einwohnerzahl steigt rapide und soll sich bis 2016 verdoppelt haben. Bei dem Kampf gegen das Bevölkerungswachstum hat der 32-jährige Mswati schon ein Zeichen gesetzt. Anders als sein Vater, der im Laufe seines Lebens mit 100 Frauen verheiratet war, blieb der junge König bis jetzt bei sechs Ehefrauen. Eine von ihnen kennen die Berliner bereits: Schon im letzten September trug sich die 29-jährige Inkhosikati in das goldene Gästebuch der Stadt ein. Das Ziel der herbstlichen Europa-Tournee des Paares war damals das gleiche wie jetzt: Die Suche nach risikofreudigen Investoren.

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Stuttgarter Nachrichten online 28.April.2000

Der Schwarze Kontinent lockt trotz Krisen

Afrika wirbt bei Investoren um Vertrauen Berlin - Die Länder des südlichen Afrikas werben in Deutschland um Investoren. 400 Firmen haben dort bereits eine Niederlassung, und die Wachstumsraten sind hoch. Berliner Redaktion. Dies strich Wirtschaftsminister Werner Müller gestern in Berlin heraus. Doch in der Öffentlichkeit wird das Image Afrikas derzeit von negativen Bildern beherrscht: In Äthiopien herrscht eine Hungersnot, und die Welle der Gewalt gegen weiße Farmer in Simbabwe reißt nicht ab.

Fast flehentlich rief der Präsident von Mosambik, Joaquim Chissano, vor einem Afrika-Wirtschaftsforum zu einer friedlichen Lösung in Simbabwe auf. Denn er macht sich Sorgen: Die deutschen Unternehmer könnten abgeschreckt werden zu investieren. ¸¸Verlieren Sie Ihr Vertrauen nicht'', so sein Appell.Einer, der schon lange sein Herz an Südafrika verloren hat, ist Jürgen Schrempp, Chef des DaimlerChrysler-Konzerns und seit drei Jahren Vorsitzender der Initiative Südliches Afrika der Deutschen Wirtschaft. Seine Liebe entwickelte sich in den vielen Jahren, in denen er als Daimler-Manager in Südafrika arbeitete. Ohne ihn - und das Geld des größten deutschen Konzerns - wären nicht rund 700 Spitzenkräfte aus Deutschland und den zwölf Ländern des südlichen Afrika im Debis-Haus am Potsdamer Platz zusammengekommen, darunter der König von Swasiland, Maswati III., der Präsident der Republik Botswana und drei weitere Staatspräsidenten.

Eine Stunde Zeit für das Treffen fand Bundeskanzler Gerhard Schröder, ehe er nach Polen eilte. Er plädierte dafür, den Ländern Afrikas eine faire Chance einzuräumen. ¸¸Wir dürfen ihre Probleme nicht dadurch verschärfen, dass wir ihre Produkte von unseren Märkten ausschließen, um uns unliebsame Konkurrenz vom Halse zu halten.'' Die Einfuhren aus dem südlichen Afrika stiegen im vergangenen Jahr zwar um 17 Prozent auf knapp sechs Milliarden Mark. Aber das sind nur etwa 0,7 Prozent aller deutschen Einfuhren, und das meiste stammt aus der Republik Südafrika; für Länder wie Botswana, Mosambik oder Namibia blieb kaum etwas übrig. Schrempp war sich mit Chissano einig: In Simbabwe muss rasch Ruhe einziehen. Dessen Umweltminister Simon Moyo dagegen tat so, als sei das eine von ¸¸gewissen Medien'' geschürte Angelegenheit, die weder Investoren noch Touristen betreffe.

Bericht von von Dieter Keller

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Volker Stoltz Honorarkonsul von Swasiland

Die Regierung des Königreiches Swasiland hat im Einvernehmen mit der Bundesregierung Volker Stoltz als Honorarkonsul des Königreiches Swasiland ernannt. Das auswärtige Amt hat dem neuen Honorarkonsul das Exequatur mit dem Konsularbezirk Berlin, Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen erteilt. Das Honorarkonsulat wird seinen Sitz in Berlin haben. Die Botschaft des Königreiches ist in Brüssel. Volker Stoltz ist seit Jahren im südlichen Afrika tätig. Er war zuletzt Chief Executive für Europa der Shandwick Plc London und ist heute selbständiger Unternehmensberater mit Büros in Bonn und Berlin. Das Königreich Swasiland zwischen Mosambik und Südafrika zählt mit 1 Million Einwohnern zu den kleineren Ländern Afrikas. Es wird wegen seiner bergigen Landschaft und der relativ stabilen Verhältnisse häufig als "Schweiz" im Süden Afrikas bezeichnet. Swasiland ist eine Monarchie und wird von dem 32jährigen König Mswati III. regiert, der Vorsitzender des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses der Staaten des südlichen Afrikas (SADC) ist. Der König ist auch ein engagierter Vermittler im Angola- und Kongokonflikt. Mit der Einrichtung des Honorarkonsulats will das Königreich Swasiland die Verbindungen mit Deutschland auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet weiter ausbauen. Deutschland ist eines der wichtigsten Geberländer des Landes.

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