Brauchtum & Sitten


Die traditionelle Familie besteht aus einem Mann, seinen Frauen, seinen unverheirateten Kindern und seinen verheirateten Söhnen und deren Familien.

Der Reichtum einer Familie bemisst sich an der Anzahl der Rinder, die sie besitzt. Daher schätzen die Swasi Bauern ihr Vieh und achten jede Person, die eine grosse Herde besitzt. Sie schlachten ihr Vieh nicht zum Verzehr, sondern verkaufen es oder weihen es religiösen Zeremonien.


dsc02331magagula_family.jpg 005.jpg
Swasi Familie Viehgehöft in Swasiland
© www.vagabonding.com

Charakteristisch für die traditionelle Erziehung in Swasiland - wie auch in anderen ländlichen Gebieten Schwarzafrikas - ist eine starke Geschlechtsspezifität. Bis die Kinder sechs Jahre alt sind, werden sie zusammen erzogen, dann werden sie getrennt. Die Jungen werden vom Vater und von älteren Jungen auf ihre Rolle als Mann vorbereitet. Sie lernen, das Land zu pflügen und das Vieh zu hüten. Als Mann erhalten sie der Tradition nach die traditionelle Köstumierung mit der Beehive, der typischen Haarfrisur sowie den Mahiya, Schild und Speer. Jeder Swazi Mann gehört einer bestimmten Altersgruppe an, die vom Ngwenyama organisiert wird. Alle Männer die einer dieser Gruppen angehört, müssen in einem gewissen Alter sein, da die verschiedenen Altersgruppen jeweils eine spezielle Rolle in den Swasi Zeromonien spielen. Mädchen dagegen werden an die häuslichen Pflichten einer Frau herangeführt. Hierzu gehörten das Kochen, Wasser holen und auf die Kinder aufpassen. Der Status eines Swasi Clans bemisst sich an der Anzahl seines Viehs, dem Anzahl der Hütten (im Kraal) sowie der Anzahl der Frauen in dem Clan.


Bei der Heirat (Lobola) zahlt der Bräutigam an die Familie der Braut etwa 15 Rinder. Die Anzahl der Rinder bemisst sich an dem Status der Familien, der Schönheit der Frau sowie an der Ausbildung. Dabei ist es durchaus üblich, daß Swasi Männer mehrere Frauen haben. (Polygamie). Wird die Heirat durch Scheidung getrennt, muss das Brautgeld an den ehemaligen Bräutigam zurückgezahlt werden. Stirbt der Ehemann, so sieht es die Stammestradition vor, daß die „Kuteka“ Witwe die Frau des Bruders wird. Damit wird das Überleben der Frau gesichert.


swazilanddancers01.jpg
3522_555_0.jpg
incwala3.jpg
Heirat (Lobola)
Swasi Krieger traditionelle Kostüme